Aktiv im Katzenschutzteam - Effektive Hilfe für Katzen
Direkt vor unserer eigenen Haustür gibt es Katzenelend, das viele nur aus fernen Ländern kennen. Unser Katzenschutzteam ist tagtäglich und unermüdlich für die „Tiger“ in Not im Einsatz.
Wenn von Streunerkatzen die Rede ist, denken viele Menschen an ferne Länder. An südliche Regionen, an Hitze, Müll und ausgemergelte Tiere. Dieses Leid scheint weit weg. Doch es geschieht auch bei uns – täglich, direkt vor der eigenen Haustür.
In Deutschland leiden unzählige Katzen still, fast unsichtbar. Seit der Corona-Pandemie hat sich ihre Situation noch einmal spürbar verschärft. Katzen wurden vielfach aus Einsamkeit angeschafft – aus dem Wunsch nach Nähe. Als sich das Leben wieder normalisierte, wurden viele Katzen ausgesetzt – unkastriert, unversorgt, sich selbst überlassen. Die Folgen sieht unser Katzenschutzteam jeden Tag: immer mehr unkastrierte Tiere, immer mehr trächtige Katzen, immer mehr hilflose Nachkommen.
Im Einsatz für Katzen in Not
Seit 2015 engagiert sich das ehrenamtlich arbeitende Team für genau diese Katzen. Fünf Menschen, vereint durch Herzblut und Verantwortung für die Samtpfoten, bilden das Team. Ausgestattet mit Lebendfallen, Umsetzkörben, Chiplesegeräten und vielem mehr. Der Kreis Düren und das Veterinäramt genehmigen und unterstützen die Arbeit ausdrücklich.
Die Einsatzorte sind so vielfältig wie die Schicksale der Tiere: Scheunen, Schuppen, verwilderte Gärten, verlassene Höfe, Kanalrohre, Dorfstraßen. Orte, die für viele Katzen die letzten Rückzugsorte geworden sind. Die Tiere werden mit Lebendfallen gesichert, anschließend tierärztlich versorgt und kastriert. Oft geschieht diese Arbeit leise und unbeachtet – und doch rettet sie Leben.
Der Ablauf
Aufmerksame Tierfreunde melden umherstreunende, verletzte oder offensichtlich verwahrloste Katzen beim Tierheim. Nach sorgfältiger Abstimmung stellt das Katzenschutzteam Fallen auf – häufig in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden, manchmal nachts und an Wochenenden. Wenn sich eine Chance bietet, einer Katze, einem Kater zu helfen, wird sie genutzt. Gelegentlich gelingt der Fang innerhalb eines Tages, ab und an dauert es aber auch Wochen. Parallel dazu wächst die Warteliste stetig, denn eine „katzenfreie“ Zeit gibt es nicht.
Nach dem Fang kommen die Tiere schnellstmöglich ins Tierheim. Dort werden Verletzungen, Infektionen und Krankheiten behandelt. Alle Katzen werden auf Tattoo oder Mikrochip überprüft, um mögliche Besitzer ausfindig zu machen. In seltenen Fällen kehrt eine vermisste Katze so wieder nach Hause zum Eigentümer zurück. Zusätzlich werden alle Kater und Katzen kastriert.
Im weiteren Verlauf beobachten die Tierpfleger auch das Verhalten der Tiere. Viele Katzen, die lange auf der Straße lebten, bleiben scheu. Können sie an der Fangstelle sicher versorgt werden, dürfen sie nach der Kastration dorthin zurück – mit der Aussicht auf ein ruhigeres Leben. Ist das nicht möglich, werden geeignete Plätze gesucht, etwa auf Bauernhöfen oder im Außenbereich des Tierheims.
Leid und Freude nah beieinander
Leider gehen die Einsätze nicht immer gut aus, und das Erlebte muss erst emotional verarbeitet werden. Manche Tiere sind bereits so krank, dass man sie nur noch erlösen kann. Tröstlich ist dann, dass die Samtpfote nicht länger leiden muss und ihre Krankheiten nicht an potenzielle Kitten weitergeben kann. Doch es geschieht auch Wunderbares, was den Einsatz so wertvoll macht und Hoffnung gibt: Eine Katze öffnet sich, sie lässt Nähe zu, beginnt zu vertrauen. Meist ein Indiz, dass sie einmal eine Hauskatze war. Besonders die vielen Jungtiere entwickeln sich mit Geduld und Zuwendung zu verschmusten Gefährten und finden vom Tierheim aus, ein liebevolles Zuhause.
Das Katzenschutzteam wünscht sich, dass die im Kreis Düren geltende Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für geschlechtsreife Freigängerkatzen von allen Menschen befolgt wird. Jede kastrierte Katze verhindert weitere Leidensgeschichten.
Freilebende Katzen sind keine Wildtiere
Auch freilebende Katzen sind auf den Menschen angewiesen. Ohne Schutz, medizinische Versorgung und verlässliche Nahrung ist ihr Leben oft kurz und leidvoll. Eine Hauskatze kann bis zu 20 Jahre alt werden, Straßenkatzen sterben häufig nach wenige Monaten – an Krankheiten, Verletzungen, Parasiten oder sie verhungern.
Wie dringend die Arbeit des Katzenschutzteams ist, zeigt auch ein Blick auf die Zahlen: Allein im Jahr 2025 konnten rund 140 freilebende Katzen eingefangen werden. Es kamen 24 Kitten im Tierheim sicher zur Welt. 63 Katzen wurden wieder ausgewildert. Insgesamt wurden 2025 157 Katzenkinder vom Tierheim betreut.
Schauen Sie nicht weg, melden Sie Streunerkatzen im Tierheim. Bitte sensibilisieren Sie Ihre Mitmenschen für dieses Thema. Denn jede Katze zählt – und jedes gerettete Leben beginnt damit, dass jemand hinsieht. Danke!

