Bürgermeister Moritz Pelzer besucht das Tierheim
Bei seinem Antrittsbesuch im Tierheim verschaffte sich Langerwehes neuer Bürgermeister Moritz Pelzer vor Ort einen persönlichen Eindruck von unserer Arbeit für die Tiere.
Unser Tierheim versorgt unter anderem im Auftrag aller kreisangehörigen Kommunen deren Fundtiere sowie Haustiere aus Beschlagnahmungen. Zu unserer Freude stattete Langerwehes neuer Bürgermeister Moritz Pelzer uns einen Antrittsbesuch ab und ließ sich dabei direkt vor Ort die Arbeit im Tierheim vorstellen. Während eines Rundgangs informierten ihn der Vorsitzende unseres Tierschutzvereins, Jürgen Plinz, und die Tierheimleiterin Christina Albert über die Situation bei den Haustieren.
Viele Fundtiere, kaum Platz für Abgabetiere
„Rund 80 % unserer Hunde und Katzen sind Fundtiere oder stammen aus behördlichen Einweisungen. Für sogenannte Abgabetiere haben wir selten Platz“, berichtete Christina Albert. Diese Entwicklung fing mit dem Ende der Corona-Pandemie an. Die Besitzer schafften sich überwiegend über das Internet Hunde und Katzen an und verloren später vielfach die Freude an ihrem Tier. Bei Hunden sind zahlreiche Halter mit der ausgesuchten Rasse überfordert oder die Kosten für die Haltung und den Tierarzt sind bei den allgemein stark gestiegenen Lebenshaltungskosten nicht mehr aufzubringen. In der Folge werden immer wieder Hunde ausgesetzt. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Anzahl von Hunden und Katzen in deutschen Haushalten fast verdoppelt, aber die Kapazitäten der Tierheime, auch die unserer Einrichtung, dagegen nicht, sagte die Heimleiterin.
Hunde zeigen Verhaltensauffälligkeiten, Katzen sind häufig krank
Erschwerend kommt für uns hinzu, dass die aufgenommenen Hunde meist starke Verhaltensauffälligkeiten zeigen und Katzen häufig krank sind, erklärte Jürgen Plinz. „Wenn ein Fundtier gechipt aber nicht beim Haustierregister gemeldet ist, wird es in der Regel nicht mehr von einem Besitzer abgeholt“. Er berichtete auch, dass der Tierschutzverein, der das Heim seit rund 60 Jahren betreibt, mittlerweile eine eigene Hundetrainerin beschäftigt, damit schwierige Hunde überhaupt erst vermittelbar werden. Denn ohne Therapie verlängert sich der Aufenthalt, wodurch dann der Platz für andere Tiere in Not fehlt. Besonders aber die Kosten der Tierversorgung sind in den vergangenen Jahren erheblich angestiegen. Unser Vorsitzender betonte, dass die medizinische Versorgung, das Futter, Verhaltenstraining sowie die Personalkosten deutlich zugelegt haben.
Lob für Engagement
Moritz Pelzer zeigte sich beeindruckt von unserer professionellen Arbeit: „Die Arbeit des Tierheims verdient große Anerkennung. Hier wird unter anspruchsvollen Bedingungen täglich ein unverzichtbarer Beitrag zum Tierschutz und für unsere Gesellschaft geleistet“, sagte der Bürgermeister. Zudem hob er anerkennend hervor, dass die Mitarbeiterinnen der Tiervermittlung zusätzlich in der Prävention und Lösung von Konflikten geschult sind. Christina Albert berichtete während des Rundgangs: „Die „Zündschnur“ von Interessenten, die ein Haustier adoptieren möchten oder Menschen, deren Tier beschlagnahmt wurde, ist deutlich kürzer geworden. Wenn der eine das Tier nicht adoptieren darf, weil er vielleicht nicht geeignet ist, oder der andere das beschlagnahmte Haustier nicht gleich mitnehmen kann, werden die Menschen zunehmend übergriffig“. Die jüngsten Sabotageakte durch Unbekannte sind nur die Spitze des Eisbergs.

