Ostern ohne Tierleid
Viele bunte Ostereier stammen aus nicht tiergerechter Boden- oder Kleingruppenhaltung. Ein Blick in die Eierindustrie zeigt: Für jedes Ei zahlen die Tiere einen hohen Preis.
Knapp über 60 Prozent der landwirtschaftlich gehaltenen Legehennen leben in der Bodenhaltung, eine Haltungsform, die wenig tiergerecht ist. Die Hennen fristen ihr Dasein zu tausenden in riesigen Hallen, in denen etwa neun Hühner sich einen Quadratmeter teilen müssen. Auslauf ins Freie gibt es nicht.
Sobald ihre Legeleistung im Alter von knapp eineinhalb Jahren abnimmt, werden die Tiere – die normalerweise 10-15 Jahre alt werden können - aussortiert und geschlachtet. Problematisch ist auch, dass die Hennen auf Höchstleistung gezüchtet sind und daraus resultierend unter gesundheitlichen Problemen leiden. Beim Ausstallen der Hennen wird die tierschutz- und rechtswidrige Form des “Kopfüber-Fangens” angewendet. Die Tiere werden dabei an den Beinen gefangen und getragen. Das geht einfach und schnell, aber verursacht Tierleid und kann zu erheblichen Verletzungen führen.
Viele Eier aus dem Supermarkt haben ihren Ursprung in Bodenhaltung
Im Supermarkt stammen frische Schaleneier genau wie Ostereier, die inzwischen ganzjährig als bunte Eier verkauft werden, zumeist aus der Bodenhaltung. Der Unterschied: Während die Herkunft frischer Eier auf der Verpackung und dem Ei selbst angegeben sein muss, besteht diese Kennzeichnungspflicht bei gekochten und gefärbten Eiern nicht. Denn bei diesen handelt es sich um ein verarbeitetes Produkt. Gibt der Hersteller die Haltungsform bei Ostereiern nicht freiwillig an, können diese unter Umständen sogar aus der tierschutzwidrigen Kleingruppenkäfighaltung stammen. Die Käfighaltung von Legehennen ist zwar seit dem 1. Januar 2026 verboten, doch Übergangsfristen erlauben sie in Einzelfällen noch bis 2028. Auch in verarbeiteten Produkten, wie Backwaren oder Nudeln, kommen Eier aus der Käfighaltung weiter zum Einsatz.
Das Schicksal der "Nutztier-Männer"
Aus Bruteiern schlüpfen zu etwa 50 Prozent männliche Küken. Da diese aber weder Eier legen, noch im Gegensatz zu Masthühnern viel Fleisch ansetzen, sind sie wirtschaftlich wertlos. Ein Problem, das mit brutaler Konsequenz gelöst wird: Lange Zeit wurden die männlichen Küken geschreddert oder vergast. Diese Praxis ist hierzulande inzwischen verboten, jedoch ist Deutschland beim Schalenei lange nicht Selbstversorger und muss viele Eier, meist aus den Niederlanden, importieren.
Eine Alternative zu Legehennen- und Masthühnerrassen bieten sogenannte Zweinutzungshühner. Zweinutzungshühner werden sowohl für die Eier- als auch die Fleischproduktion gehalten, sodass das Problem eines wirtschaftlich wertlosen Geschlechts erst gar nicht auftritt. Allerdings werden auch hier die männlichen Tiere am Ende getötet und landen auf unseren Tellern. Dies zeigt: Auch wer sich vegetarisch ernährt, hilft den Tieren nur bedingt.
Wer an Ostern ganz auf Eier und weitere tierische Produkte verzichten möchte, findet zahlreiche Rezepte für pflanzliche Alternativen im Internet, z.B. auf den Seiten des Deutschen Tierschutzbundes oder hier bei uns.
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