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Tierkrankenversicherung: Schutz für das Haustier oder unnötige Kosten?

Eine Hand im blauen PVC-Handschuh hält ein Stethoskop auf den Körper eines hellbraunen Hundes.
shutterstock.com/didesign021

Immer mehr Haustierbesitzer entscheiden sich für eine Tierkrankenversicherung – ob für Hund, Katze oder Kaninchen. Sie soll im Krankheitsfall die Behandlungskosten übernehmen. Doch lohnt sich das wirklich?

Viele Tarife von Tierkrankenversicherungen wirken umfassend, haben aber klare Grenzen. Vorerkrankungen, Zahnsanierungen oder rassetypische Leiden sind oft ausgeschlossen oder nur teilweise abgedeckt. Auch Spezialbehandlungen oder Notfallzuschläge werden nicht immer übernommen. Stattdessen ist häufig nur der einfache Satz der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) abgedeckt.

Hohe Kosten über die Jahre
Die monatlichen Beiträge liegen je nach Versicherungsumfang, Tierart, Alter und Rasse zwischen 15 und über 80 Euro. Besonders bei Hunden und älteren Tieren können die Kosten schnell steigen. Zusätzlich verlangen viele Versicherer Selbstbeteiligungen oder setzen jährliche Erstattungsgrenzen fest. So entstehen mit der Zeit hohe Gesamtkosten – ohne Garantie, dass die Versicherung im Ernstfall voll greift.

Steigende Beiträge und Kündigungen
Manche Anbieter erhöhen die Beiträge im Alter oder schließen chronisch kranke Tiere vom Versicherungsschutz aus. In Einzelfällen kann es sogar zu einer Kündigung durch den Versicherer kommen.

Alternative: Rücklagen statt Versicherung
Ein alternatives Modell ist der private Sparplan: Wer regelmäßig Geld für Tierarztkosten zurücklegt, bleibt flexibel und unabhängig von Versicherungsbedingungen.

Ein Beispiel aus dem Leben
Ein Tierhalter zahlte für zwei Katzen hypothetisch 60 Euro Versicherungsbeiträge monatlich – das wären 2.880 Euro in vier Jahren. Eine nötige Notoperation nach dem Verschlucken einer Nadel im vierten Jahr kostete 900 Euro. Selbst mit Erstattung für jährliche Impfungen und bei voller Erstattung der Operation hätte die Versicherung voraussichtlich deutlich mehr gekostet als die realen Kosten, die bis dahin angefallen sind.

Eine Tierkrankenversicherung kann also sinnvoll sein, ist aber kein Muss. Jeder Halter sollte individuell prüfen, ob sich die Kosten im Verhältnis zum Risiko lohnen – oder ob Rücklagen die bessere Lösung sind.

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