Unterstützung für Igel
Im Herbst machen Igel sich in Gärten verstärkt auf die Suche nach Futter und einem geeigneten Unterschlupf für ihren Winterschlaf. Doch beides zu finden, wird für die Tiere immer schwieriger…
Die Lebensbedingungen für Igel haben sich stark verändert. Insekten als ihre Hauptnahrungsquelle verschwinden, weil auf intensiv genutzten Agrarflächen keine Blühpflanzen wachsen und auf Feldern chemische Mittel eingesetzt werden. Auch ein geeignetes Plätzchen für den Winterschlaf ist in den heute vielfach aufgeräumten Gärten - ohne Laub, Reisig und Hecken - kaum noch zu finden. Der Einsatz von Mährobotern gefährdet die Tiere ebenfalls und unzählige Igel sterben jährlich im Straßenverkehr. Zudem werden viele Igel im Spätsommer geboren. Für diese Jungtiere reicht das enge Zeitfenster bis zum Winter dann oftmals nicht aus, um ausreichend Fettreserven für den Winterschlaf anzulegen. Wie dramatisch die Situation ist, hat auch die Weltnaturschutzunion (IUCN) erkannt. Sie hat den Winterschläfer Ende 2024 in ihrer Roten Liste der bedrohten Arten erstmals als „potenziell gefährdet“ eingestuft.
So können Sie Igeln helfen
- Gestalten Sie Ihren Garten naturnah mit heimischen Pflanzen und räumen Sie ihn nicht allzu sehr auf. Reisig- oder Blätterhaufen am Randbereich des Gartens oder unter Sträuchern bieten mit den darin lebenden Insekten & Co. nahrhaftes Futter sowie eine Rückzugsmöglichkeit und einen Ort für den Winterschlaf.
- Als zusätzliche Unterkünfte können Igelhäuser aufgestellt werden.
- Benutzen Sie keine Schädlingsbekämpfungsmittel.
- Laubsauger oder -bläser sollten tabu sein. Die Geräte können kleinere Tiere wie z.B. Jungigel einsaugen. Laubbläser pusten mit den Blättern auch die sich darin befindliche Nahrung weg.
- Igel haben einen natürlichen Lebensraum von etwa einem Quadratkilometer. Ermöglichen Sie den Tieren freien Durchgang zu angrenzenden Gärten mit ca. 10 x 10 Zentimeter großen Löchern im Zaun.
- Decken Sie Kellerschächte, Gruben und Teiche ab oder schaffen Sie Ausstiegshilfen für Tiere, die hineinfallen könnten.
- Verzichten Sie auf den Einsatz von Mährobotern und bieten Sie den Tieren bei hohen Temperaturen frisches Wasser an.
Diese Igel brauchen Hilfe:
- Verletzte und unterernährte Tiere.
- Kranke Igel. Diese laufen zumeist am Tag herum - was für die dämmerungsaktiven Tiere unüblich ist - und sind apathisch und abgemagert.
- Stark von Parasiten, wie Flöhen, Zecken oder Fliegenlarven, befallene Tiere.
- Offensichtlich verwaiste Igelsäuglinge, deren Augen und Ohren geschlossen sind und die tagsüber außerhalb ihres Nestes herumlaufen.
- Igel, die noch bei Frost und Schnee aktiv und am Tag anzutreffen sind.
- Jungigel, die Anfang November weniger als 500g wiegen. Hier kann eine Zufütterung sinnvoll sein. Geeignet ist Katzendosenfutter gemischt mit Haferflocken oder Weizenkleie. Zum Trinken sollte man nur Wasser anbieten, niemals Milch! Denn die darin enthaltene Laktose können die Tiere nicht verdauen. Es kommt zu Durchfall, der den Darm von Igelbabys dermaßen schwächen kann, dass Folgeerkrankungen zum Tod führen.
Sie haben einen hilfsbedürftigen Igel gefunden? Holen Sie sich Hilfe bei einem Experten, z.B bei der Igelnothilfe (Tel. 04186-8958684) oder in unserem Tierheim (02421-998550). Bitte beachten Sie stets: Falsche Hilfe kann den Tieren mehr schaden als nutzen.
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