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Wenn das Haustier alles vergisst

Portrait eines alten, müde aussehenden Schäferhundes der mit der Schnauze auf der Pfote auf einer Decke liegt.

Die ersten internationalen Leitlinien zu Demenzerkrankungen beim Hund zeigen, dass bestimmte Symptome schon früh Alarmsignale sind. Im hohen Alter ist dann die Hälfte der Tiere betroffen. Das Gleiche gilt für Katzen, hier ist die Forschung jedoch noch nicht so weit.

Das „Canine kognitive Dysfunktionssyndrom“ ähnelt der Alzheimer-Erkrankung beim Menschen. Es handelt sich dabei um eine stetig fortschreitende Hirnerkrankung bei älteren Hunden, deren Symptome laut der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) über normale altersbedingte Veränderungen hinausgehen. Der Leiter der Stiftung, Professor Holger Volk, PhD, war einer von zwölf Fachleuten eines Expertengremiums, das gemeinsam die ersten internationalen Leitlinien zur Diagnose und zum Monitoring des Canine Cognitive Dysfunction Syndrome (CCDS) erarbeitet und veröffentlicht hat.

Symptome und Warnsignale
Die Leitlinien sind im „Journal of the American Veterinary Medical Association“ (JAVMA) erschienen und sollen Tierhaltern und -ärzten u.a. helfen, kognitive Veränderungen bei Hunden früh zu erkennen und einzuordnen. Die aktuellen Zahlen betroffener Tiere sind tatsächlich alarmierend: Im Alter von zwölf Jahren ist jeder dritte Hund und im Alter von 15 Jahren mindestens jeder zweite Hund betroffen. Die Tiere zeigen untypische Verhaltensweisen wie Desorientierung und einen veränderten Schlaf-Wach-Rhythmus, sind nicht mehr stubenrein und ängstlich. Auch ihre Reaktionen auf Menschen verändern sich; so zeigen sie weniger Freude und erkennen diesen – im späten Stadium – nicht mehr.

Typischerweise werden die Symptome anfangs nicht ernst genommen und die Demenzerkrankung deswegen oft viel zu spät entdeckt. Dabei ließe sich mit einer frühzeitigen Erkennung, z. B. im Rahmen eines Check-ups beim Tierarzt, teilweise noch gegensteuern bzw. der Verlauf der Erkrankung verlangsamen. Auch Vorbeugung spielt – wie beim Menschen – eine wichtige Rolle. So scheint Bewegung und geistige Aktivität Menschen vor Demenzerkrankungen schützen zu können; ähnliches gilt für Hunde.

Was ist mit Katzen?
Bei Katzen ist im Alter von 15 Jahren ebenfalls die Hälfte der Tiere von demenziellen Veränderungen betroffen. Anders als beim Hund steckt die Forschung hier jedoch noch in den Kinderschuhen. Aber auch Katzen fallen durch Verhaltensänderungen auf, z. B. Aggressivität, Angst oder nächtliches Miauen. Orientierungslosigkeit, z. B. die Suche nach dem Futternapf oder dem richtigen Weg, Unsauberkeit und verändertes Schlafverhalten kommen hier genauso vor. Wichtig ist, andere Möglichkeiten wie eine Erblindung oder den Verlust des Hörvermögens auszuschließen.

Die ersten internationalen Leitlinien zur Diagnose und zum Monitoring des Canine Cognitive Dysfunction Syndrome (CCDS) hier.

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