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Bundesweite Kastrationspflicht gefordert

Eine Streunerkatze auf verwahrlostem Terrain.

In Deutschland führen mehrere Millionen Straßenkatzen ein leidvolles Leben. Die Politik ignoriert das Problem. Eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen ist selbst im Entwurf eines neues Tierschutzgesetzes nicht vorgesehen.

Straßenkatzen in Deutschland kämpfen täglich ums Überleben - mehrere Millionen Tiere sind es inzwischen, die Situation ist dramatisch. Obwohl finanziell und personell oft selbst am Limit, sind es Tierheime und Tierschutzvereine wie auch wir, die sich der Tiere annehmen, Futterstellen einrichten und die Katzen kastrieren und tiermedizinisch versorgen lassen. Ein Kampf gegen Windmühlen, denn gleichzeitig sorgen unkastrierte Freigängerkatzen aus Privathaushalten dafür, dass die Zahl der Straßenkatzen nicht abnimmt. Laut einer unter Katzenhaltern durchgeführten repräsentativen Umfrage unseres Dachverbandes, des Deutschen Tierschutzbundes, aus dem Jahr 2023 ist jede zehnte - von insgesamt 15,2 Millionen in Deutschland gehaltenen Katzen - nicht kastriert. Verpaaren sich die Katzen mit anderen unkastrierten Freigängerkatzen oder mit frei lebenden Straßenkatzen, dann wächst die Zahl der Tiere weiter. Auf der Straße führen die Katzen ein leidvolles Leben - meist versteckt und ungesehen auf Hinterhöfen, in Kleingartenanlagen oder auf Brachflächen. Ebenso landet regelmäßig ungewollter Katzennachwuchs in den ohnehin überfüllten und bereits am Limit arbeitenden Tierheimen.

Schutz von Katzen hat keine Priorität
Dass eine bundesweite Kastrationspflicht nun nicht in den Entwurf für ein neues Tierschutzgesetz aufgenommen wurde, ist ein Schlag ins Gesicht für den Tierschutz. Wie auch wir übt unser Dachverband massive Kritik an der Bundesregierung: „Der Schutz von Katzen hat auf Bundesebene keine Priorität. Während eine Tierschutz-Hundeverordnung seit 2001 besteht und zuletzt 2021 angepasst wurde, hat man die Katzen auch bei der aktuellen Novellierung des Tierschutzgesetzes wieder vergessen. Das Bundesministerium und die Koalitionsfraktionen müssen endlich Verantwortung für das immense Leid von Straßenkatzen übernehmen. Untätigkeit ist keine Option – zumal für eine bundesweite Kastrationspflicht keine großen neuen Fördertöpfe benötigt werden“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Er fordert, die bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen in den Entwurf für das neue Tierschutzgesetz aufzunehmen. „Nun gilt es Katzenleben und Tierheime zu retten!“, so Schröder. Kombiniert werden müsse die Kastrationspflicht mit einer Pflicht zur Kennzeichnung der Katzen und ihrer Registrierung in einem Haustierregister wie FINDEFIX. Zudem sollten Straßenkatzen weiterhin über bereits existierende Fördertöpfe der Länder und Kommunen in regelmäßigen, flächendeckenden Kastrationsaktionen kastriert und anschließend sachkundig betreut werden. „Das Gros an Kosten und Verantwortung darf nicht weiter auf die Tierschützer abgewälzt werden“, stellt Schröder klar.

Seit Beginn 2020 gilt im Kreis Düren flächendeckend eine Kastrationspflicht für Freigängerkatzen. Diese ist ebenso wie die Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht Inhalt einer Katzenschutzverordnung. In unserem Tierheim merken wir jedoch noch keinen Geburtenrückgang, es kommen immer noch viele Katzenkinder nach, was wir eindeutig auf Corona zurückführen. Viele Menschen schafften sich während der Pandemie eine Katze an und versäumten es teilweise, das Tier kastrieren zu lassen.

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