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Corona und der Haustierboom

Hund leistet Gesellschaft im Homeoffice
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Isolation und Langeweile mit einem Haustier besser ertragen? Während sämtliche Freizeitangebote geschlossen haben, erscheint der Spaziergang mit einem Hund oder das Spiel mit einer Katze als Allheilmittel. Doch passt ein Haustier auch noch ins eigene Leben, wenn die Pandemie bezwungen wurde?

Die Sehnsucht nach einem Haustier ist im Coronajahr 2020 extrem angestiegen, befeuert durch Lockdown und drastische Kontaktbeschränkungen. Tierheime vermelden mehr Anfragen nach Hunden, Katzen oder Kleintieren, doch auch der illegale Welpenhandel boomt. Und was passiert mit all den neuen Haustieren, wenn uns die Pandemie nicht mehr so massiv einschränkt?

Homeoffice gaukelt vereinfachte Haustierhaltung vor
Wer bisher keine Zeit für ein eigenes Haustier hatte, hat diese während den wiederkehrenden Lockdowns plötzlich im Überfluss. Und nicht nur dass, Haustiere bringen Ablenkung und Gesellschaft, die von so vielen Menschen durch die Schließungen von Kultur- und Freizeiteinrichtungen schmerzlich vermisst werden. Doch unsere tierischen Begleiter sind auch nach der Pandemie auf unsere Fürsorge angewiesen! Derzeit mögen Kurzarbeit und Homeoffice die Haltung von Haustieren vereinfachen, doch wie sieht es danach aus? Tierschützer warnen daher vor spontanen Anschaffungen! Wer kümmert sich um das Tier, wenn die Arbeitstage nicht mehr im Homeoffice sondern wieder im Büro verbracht werden? Oder wenn dem Fernweh wieder nachgegeben werden kann und fremde Länder locken? Tierheime sehen jetzt schon besorgt der Flut an Abgabetieren entgegen, die am Ende der Pandemie droht.

Illegalen Händler muss das Handwerk gelegt werden
Die verstärke Nachfrage hat vor allem den illegalen Handel mit Haustieren befeuert. „Der durch die Corona-Pandemie ausgelöste Haustierboom und der anonyme Verkauf über das Internet, machen es den Händlern besonders leicht“, berichtet Lisa Hoth, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Daher fordert unser Dachverband, dass der Internethandel reguliert wird und eine europaweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Haustiere eingeführt wird. So kann ihre Herkunft besser zurückverfolgt werden und erschwert dubiosen Vermehrerzuchten die Arbeit. Des Weiteren bräuchte es eine verbesserte länderübergreifende Zusammenarbeit, sowie häufigere Kontrollen und härtere Strafen für Täter.

Den Tieren zuliebe: Wägen Sie genau ab!
Zusammenfassend ist es äußerst wichtig, dass jeder Haustierkauf gut überlegt werden sollte. Wenn vor der Pandemie ein Hund oder eine Katze nur schwer ins eigene Leben gepasst hat, so wird das nach der Pandemie auch noch so sein. Stellen Sie sich vor der Anschaffung eines Haustiers immer folgende Fragen:

  • Habe ich genug Zeit, das Haustier artgerecht zu versorgen? Auch ohne Homeoffice oder Kurzarbeit?
  • Hat jemand in der Familie eine Tierhaarallergie oder andere gesundheitliche Probleme, die gegen die Anschaffung sprechen?
  • Habe ich genug Platz? Ist mein Vermieter mit einem Haustier einverstanden?
  • Kann ich die fixen monatlichen Kosten stemmen? Und unter Umständen auch ungeplante Tierarztkosten bei Verletzungen oder Krankheiten?
  • Wer sorgt für das Tier, wenn ich krank bin oder in den Urlaub fahre?
  • Für Familien: Ist das Haustier mit Kindern vereinbar?

Wenn auch nur eine dieser Fragen nicht mit einem „Ja“ beantwortet werden kann, so sollte von der Anschaffung eines Haustieres abgesehen werden. Wenn Sie jedoch alles gut durchdacht haben, alle Familienmitglieder einverstanden sind und in Ihr Leben ein Haustier passt, so steht der Anschaffung nichts im Wege. Kaufen Sie jedoch unter keinen Umständen Haustiere im Internet! In den Tierheimen in Ihrer Umgebung warten viele Tiere auf ein neues Zuhause, das Fachpersonal vor Ort berät Sie gerne und hilft Ihnen dabei, das passende tierische Familienmitglied zu finden.

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