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Fressnapf verzichtet auf Wildfänge bei Reptilien

pixabay.com

Seit April 2017 verkauft Heimtierbedarf Fressnapf keine wild gefangenen Reptilien mehr. Damit setzt das Unternehmen sein 2016 angekündigtes Vorhaben konsequent um. Ein Erfolg für den Tierschutz, denn die Entnahme von Tieren aus der Natur ist u.a. mit zahlreichen Tier- und Artenschutzproblemen verbunden.

Fressnapf hat seine Ankündigung, auf Wildfänge zu verzichten, konsequent umgesetzt. Gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund begrüßen wir diese Maßnahme, zu der regelmäßige und langfristige Gespräche unseres Dachverbandes mit dem Unternehmen geführt haben. Bereits im letzten Jahr hat Fressnapf ebenfalls das Artenspektrum reduziert. Obwohl aus Tierschutzgründen Reptilienverkäufe generell gestoppt werden müssten, sind die Maßnahmen von Fressnapf lobenswert und ein Schritt in die richtige Richtung.
Über den Verkaufsstopp von Wildfängen hinaus, will Fressnapf ab April 2018 auf sämtliche außereuropäischen Importe von Terrarientieren aus Nachzuchten verzichten. Tiere sollen dann nur noch aus Deutschland oder dem europäischen Ausland stammen. Der Deutsche Tierschutzbund hat angekündigt, auch diesen Schritt kritisch und konstruktiv mitzubegleiten.

Entnahme von Tieren aus der Natur ist problematisch
Deutschland ist EU-weit der größte Importeur und Absatzmarkt für Wildtiere: Hunderttausende lebende Reptilien, darunter zahlreiche Wildfänge, landen in Deutschland. Die Handelswege sind teilweise undurchsichtig: Die Tiere durchlaufen manchmal mehrere Stationen. Nach dem Fang oder von Farmen gelangen sie über Zwischen- und Großhändler im Herkunftsland oder in Zweitländern am Ende zu Großhändlern in Deutschland, bis sie schließlich ins Zoofachgeschäft kommen. Dr. Henriette Mackensen, Fachreferentin für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund, beklagt „Die Entnahme von Tieren aus der Natur ist mit zahlreichen Tier- und Artenschutzproblemen verknüpft – rücksichtlos wird die Natur geplündert, um den Bedarf zu decken.“  Die Tiere leiden unter dem Stress bei Fang und Transport und etliche kommen dabei elendig um. Ein Vorteil von Nachzuchten ist neben dem Artenschutzaspekt auch, dass die Tiere mit weniger Stress zu kämpfen haben und seltener von Parasiten befallen sind.

Tierheime müssen vermehrt Reptilien aufnehmen
Viele Reptilien haben besonders hohe Ansprüche an Futter und Klima, die im Privathaushalt kaum erfüllt werden können. Käufer unterschätzen, wie teuer die Tiere im Unterhalt sind, wie alt oder wie groß sie werden. Überforderte Halter setzen ihre Tiere dann nicht selten aus oder geben sie im Tierheim ab. Die Tierheime bringt das an ihre Grenzen, denn für die Aufnahme und eine angemessene Versorgung von Reptilien, sind geeignete Räumlichkeiten, die notwendigen finanziellen Mittel sowie das nötige Fachwissen erforderlich. Rund 30.000 Reptilien mussten die dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierschutzvereine in den letzten Jahren aufnehmen.

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