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Hummer als Delikatesse – ein entsetzlicher Leidensweg

Reuse zum Hummerfang
pixabay.com

Bis der Hummer weltweit auf den Tellern landet, hat er bereits wochen- oder gar monatelang Höllenqualen durchlitten. Sein Fleisch gilt als Delikatesse und exquisite Köstlichkeit – und genau das wird dem sensiblen Krustentier zum Verhängnis.

Hummer sind Einzelgänger, in Tiefe bis zu 50 Metern suchen sie einen geeigneten Unterschlupf und verteidigen diesen auch gegen Artgenossen. Mit Drohgebärden und notfalls auch ernsten Kämpfen, denen durchaus Gliedmaßen zum Opfer fallen können, stecken Hummer ihre Rangordnung fest. Nur der Oberste hat das Anrecht auf das beste Versteck und somit die aussichtsreichsten Chancen bei der Paarung. Der Europäische Hummer kommt von Norwegen bis zum Mittelmeer vor und hat eine Lebenserwartung von bis zu 100 Jahren.

Erbarmungslos gejagt
Doch dieses Alter erreichen die wenigsten Tiere, der unstillbare und oftmals kompromisslose Hunger der Menschen auf ihr zartes Fleisch, führt zu einer gnadenlosen Jagd auf die Krustentiere. Mit Ködern bespickt, versenken die Hummerfischer zur Hauptfangsaison im Sommer unzählige Körbe und Reusen in den Küstengewässern. Gelangen mehrere Tiere gleichzeitig in die Fallen, verletzen sie sich oft gegenseitig. 10 % der Tiere werden bereits mit abgetrennten Schweren, Beinen oder Antennen aus den Körben geholt. Nachdem die Fischer den hilflosen Hummer die Scheren zusammengebunden haben, verpacken sie die Tiere zu Dutzenden in Transportkisten. Beim Großhändler landen sie dann in bis zu 4000 Tiere fassenden Tanks, die Platznot und fehlenden Rückzugsmöglichkeiten sind eine Tortur für die Einzelgänger.

Lebendhälterung – eine unvorstellbar grausame Qual
Damit Konsumenten das ganze Jahr über mit frischem Hummerfleisch versorgt werden können, vegetieren die Tiere von nun an wochen- oder sogar monatelang auf engstem Raum mit unzähligen Artgenossen vor sich hin. Mit zusammengebundenen Scheren und ohne Futter, damit sie sich nicht gegenseitig verletzen und keine Fäkalien das Wasser verunreinigen. So zehren sie von ihren Reserven, werden von einem Großhändler zum nächsten und von einem Markt zum anderen transportiert, bis sie schließlich beim Einzelhändler oder im Restaurant landen. Dass dabei Beine gebrochen, Scheren und Antennen abgeknickt werden, wird als Kollateralschaden hingenommen und kommt zu keiner Beachtung. Die Tiere leiden oft unter akuter Atemnot, wenn sie zulange außerhalb des Salzwasserbeckens gelagert werden und haben dadurch Schaum vor den Mundwerkzeugen. Da der Bestand an Europäischen Hummer mittlerweile dramatisch abgenommen hat, werden tonnenweise Amerikanische Hummer importiert – ebenfalls lebend, versteht sich!

Bei lebendigem Leib gekocht
Waren die vergangenen Wochen und Monate nicht schon qualvoll genug für den Hummer, so ist sein Ende an Grausamkeit nicht zu übertreffen. Nach wie vor werden die Tiere zur Zubereitung lebend in kochendes Wasser geworfen, dort kämpfen sie mehrere Minuten ums Überleben, bis sie schließlich der großen Hitze erliegen und sterben. Hummer verfügen über ein sehr ausgeprägtes Nervensystem, sie empfinden Schmerzen und fühlen somit den abscheulichen Todeskampf im kochenden Wasser in jeder einzelnen Sekunde.

Essen Sie niemals Hummer!
Unser Dachverband, der Deutsche Tierschutzbund, sagt, dass es „dem aktuellen Forschungsstand zufolge keine Betäubungs- und Tötungsmethode von Krustentieren gibt, die so schonend und zuverlässig ist, dass von einer sicheren, tiergerechten Tötung ausgegangen werden kann. Aus diesem Grund lehnt der Deutsche Tierschutzbund die Verwendung von Hummern sowie anderen kommerziell genutzten Krustentierarten als Nahrungsmittel ab.“ Jeder einzelne Verbraucher, der den Verzehr von Hummerfleisch ablehnt, reduziert die Nachfrage. Dass es in Deutschland immer noch erlaubt ist, die empfindsamen Krustentiere auf derart entsetzliche Art zu halten und zu töten, ist unvorstellbar. Sie jedoch können einen Unterschied bewirken und auf Fleisch von Krustentieren generell verzichten.

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