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Was ist die Summe aus 1 und 8?

Illegalen Welpenhandel nicht unterstützen

Ein schwarz-brauner Welpe leigt schlafend suf grauem Untergrund.

Wer sich einen Hund anschaffen möchte, findet in online-Kleinanzeigen ein großes Angebot an Welpen der unterschiedlichsten Rassen. Ob es sich um seriöse oder unseriöse Angebote handelt, ist für Interessenten kaum zu erkennen. Skrupellose Tierhändler bleiben anonym.

Viele Angebote machen weder Angaben zur Haltung der Tiere noch wird die Identität des Verkäufers bekanntgegeben. Die Gefahr, in den online-Portalen an einen illegalen Welpenhändler zu geraten ist groß.

Tierschutzwidrige Haltung, keine tierärztliche Kontrolle
Zumeist werden die im Internet angebotenen Hundewelpen im osteuropäischen Ausland unter tierschutzwidrigen Bedingungen „produziert“. Die Muttertiere missbraucht man dort ausschließlich als Gebärmaschinen. In den Vermehrerzuchten mangelt es u.a. an Hygiene und tierärztlicher Versorgung. Ein weiteres Problem beim illegalen Welpenhandel ist die unkontrollierte Zucht. Als Folge daraus können sich bestimmte genetische Probleme verschärfen, die teils lebenslange und kostenintensive Behandlungen erforderlich machen.

Mehrere Welpen sitzen in einem Metallkäfig
Tierheim Schwebheim

Zu frühe Trennung vom Muttertier
Wenn ein Verkauf ansteht trennt man die Welpen viel zu jung von ihren Müttern. Zu diesem Zeitpunkt ist ihr Immunsystem noch nicht ausgereift. Lebenswichtige Impfungen erhalten die Tiere nur selten. Viele Welpen erkranken nach der Ankunft bei ihren neuen Besitzern schwer und sterben trotz intensivmedizinischer Behandlung. Manche Tiere überleben die quälend langen Transporte nicht einmal. Die skrupellosen Händler nehmen die Verluste hin, für sie zählt nur das schnelle Geld. Werden illegal transportierte Welpen von den Behörden aufgegriffen und beschlagnahmt, landen sie im Tierheim. Die Versorgung der teils todkranken Tiere ist häufig auch psychisch eine Mammutaufgabe für die Pflegekräfte.

Quarantäne weil die Tollwutimpfung fehlt
Hundewelpen können erst ab einem Alter von zwölf Wochen gegen Tollwut geimpft werden. Danach dauert es 21 Tage, bis die Immunisierung wirksam ist. Ehe ein Welpe über die Grenze nach Deutschland darf, muss er also mindestens 15 Wochen alt sein. Fehlt die Tollwutimpfung, muss sie in Deutschland nachgeholt werden. Da illegal nach Deutschland eingeführte Welpen häufig erst sechs bis acht Wochen alt sind, verlängert sich die Quarantänezeit entsprechend. Die Isolation in der wichtigen Sozialisierungsphase kann neben der frühen Trennung von Mutter und Geschwistern später zu Verhaltensstörungen führen.

Zahlen belegen die traurige Realität
Der Deutsche Tierschutzbund beziffert die 2022 von ihm protokollierten Fälle illegalen Heimtierhandels mit 292. Insgesamt seien 1.230 Tiere betroffen gewesen, ein Großteil davon Hunde (am häufigsten illegal gehandelte Rassen: Zwergspitz und Malteser). In über 80 Prozent der Fälle wurden laut Angaben unseres Dachverbandes kranke Tiere transportiert, in 96% der Fälle wurden die beschlagnahmten Tiere in Tierheimen und Auffangstationen aufgenommen und versorgt.

Angebote sorgfältig prüfen
Um nicht Opfer illegaler Händler zu werden und ungewollt Tierleid zu unterstützen, verzichtet man am besten auf den Tierkauf über das Internet. Stattdessen kann man sich im Tierheim oder bei Züchtern vor Ort nach einem tierischen Freund umschauen. Wer dennoch online sucht, sollte die Angebote unbedingt sorgfältig prüfen.

Anzeichen für unseriöse Angebote sind bspw:

  • Ein- und derselbe Anbieter hat verschiedene Rassen im Angebot
  • Die Welpen werden in den Anzeigen unzureichend beschrieben
  • Ein Besuch beim Züchter vor Ort ist nicht möglich
  • Die Übergabe des Welpen soll beim Käufer oder an einem bestimmten Treffpunkt erfolgen
  • Bei der Übergabe fehlen Begleitpapiere wie der Heimtierausweis (Vorhandene Papiere können gefälscht sein!)
  • Die Welpen sind jünger als acht Wochen

Bei Verdacht auf unseriösen, illegalen Tierhandel sollte man das zuständige Veterinäramt oder die Polizei informieren.

Seriöse Züchter erkennt man u.a. daran:

  • Man kann die Welpen bereits am Aufzuchtort kennenlernen und auch das Muttertier sehen
  • Der Aufzuchtort ist sauber, die Welpen machen einen gesunden und fitten Eindruck
  • Der Züchter bietet maximal zwei unterschiedliche Rassen an
  • Die Tiere sind bei der Übergabe nachweisbar geimpft und mindestens acht Wochen alt (Laut Tierschutz-Hundeverordnung dürfen Welpen erst im Alter von acht bis zwölf Wochen vom Muttertier getrennt werden)
  • Es wird ein Kaufvertrag gemacht und von beiden Parteien unterschreiben
Pastellfarbiges Kampagnenlogo "Jetzt mehr Tierschutz"  mit schwarzer Schrift.

Politische Bemühungen verlaufen träge
Das Tierschutzkapitel des aktuellen Koalitionsvertrags kündigt in vielen Bereichen Verbesserungen für die Tiere an. Hinsichtlich des Onlinehandels mit Tieren lautet dem Deutschen Tierschutzbund zufolge das Versprechen der Regierung: „Wir führen für den Onlinehandel mit Heimtieren eine verpflichtende Identitätsüberprüfung ein“. Passiert ist aber bisher noch nichts.

Mit seiner aktuellen Kampagne „Jetzt mehr Tierschutz“ erinnert unser Dachverband die amtierende Bundesregierung an ihre Versprechen aus dem Koalitionsvertrag. Auf der Kampagnen-Website www.jetzt-mehr-tierschutz.de zeigt der Verband zudem auf, was sich im deutschen Tierschutzgesetz ändern müsste.

Weitere Informationen zum illegalen Welpenhandel finden Sie hier.

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