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Was ist die Summe aus 2 und 8?

Kükentötung – Verbot per Gesetz in Reichweite

Männliche Küken werden immer noch millionenfach getötet
pixabay.com

Das Töten von männlichen Eintagsküken ist tierschutzwidrig, grausam und ein gesetzliches Verbot ist schon lange überfällig. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) fordert mehr Zeit, doch Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner lässt sich darauf nicht ein.

+++UPDATE+++
Am 9. September 2020 hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner endlich ein Gesetz zum Ausstieg aus dem Kükentöten vorgelegt. Das Verbot ist richtig, gilt aber erst ab Ende 2021 und damit viel zu spät. Das Töten der empfindungsfähigen Embryonen soll noch bis Ende 2023 erlaubt sein. Was bleibt ist die Systemfrage, denn die heutzutage hochspezialisierten Hennen sind „Eierlegemaschinen“ innerhalb eines kaputten Systems. Unser Dachverband, der Deutsche Tierschutzbund, fordert daher die Rückkehr zum Zweinutzungshuhn.

Etwa 45 Millionen männliche Küken werden in Deutschland direkt nach dem Schlupf getötet, das sind mehr als 123 000 pro Tag! Entweder werden sie vergast oder von rotierenden Messern getötet, da sie keine Eier legen, sich nicht zur Fleischgewinnung eignen und somit unwirtschaftlich sind.

Geflügelbranche weiter uneinsichtig

Das Versprechen im schwarz-roten Koalitionsvertrag von 2017, dass das Töten von Eintagsküken bis zur Mitte der Legislaturperiode beendet wird, ist längst überfällig. Daher erwartet keiner, dass Klöckners Gesetzesentwurf zu Fall gebracht werden wird. Die Landwirtschaftsministerin fordert weiter, dass das Kükentöten bis Ende 2021 beendet wird und lässt sich auch von einem Schreiben des ZDG nicht davon abbringen. Darin fordert die Geflügelbranche mehr Zeit und dass „spätestens ab dem 1. Juli 2023 bei ausreichender Warenverfügbarkeit die Umstellung des Eierangebots im Lebensmitteleinzelhandel erfolgt ist.“ Aus Sicht des Verbandes sei die Geschlechtsbestimmung im Ei weltweit noch nicht praxisreif und eine Aufzucht der männlichen Hähnchen wirtschaftlich nicht umsetzbar.

„Zweitnutzungshuhn“ einzig vertretbares Ziel

Ein Ausstieg bis 2021 ist grundsätzlich als positiv zu bewerten, dennoch ist Klöckners Vorgehen zu träge. Sie hat darauf vertraut, dass die Geflügelwirtschaft das Töten freiwillig beendet und wurde mehrfach auch vom Deutschen Tierschutzbund gewarnt, dass dies nicht eintreten wird. Mit dem Schreiben des DZG haben sich genau diese Befürchtungen bestätigt und noch schlimmer: die Geflügelwirtschaft will noch 2 Jahre länger an dem grausamen Verfahren festhalten! Auch wenn die Geschlechtsbestimmung direkt im Ei bereits weltweit zum Einsatz kommt, verschiebt sich hier das Töten nur nach vorne. Denn die Embryonen sind bereits weit entwickelt und somit potenziell schmerzempfindungsfähig. In seiner Pressemeldung vom 13.07.2020 fordert der Deutsche Tierschutzbund ganz klar, dass Frau Klöckner „mit dem angekündigten Gesetz das Ziel Zweinutzungshuhn klarstellt. Denn die Geschlechtererkennung im Ei beendet vielleicht das Kükentöten, aber die auf Hochleistung gezüchtete Henne leidet weiter im System.“

Bruderhahn Initiative unterstützen

Verbraucher sind aber nicht allein auf das langsame Handeln der Regierung angewiesen, jeder Einzelne kann mit seinem Einkaufsverhalten zum Tierschutz beitragen. Die „Bruderhahn Initiative Deutschland“ beispielsweise hat einen Weg gefunden, die männlichen Küken aufzuziehen und verkauft die Eier mit dem „4 Cent für die Ethik“-Aufpreis im Handel. Seit der Gründung 2012 beteiligen sich über 30 landwirtschaftliche Betriebe an der Initiative. Das ist eine vertretbare Alternative für alle, die sich nicht rein pflanzlich, also vegan, ernähren können oder wollen. Helfen Sie mit zum Wohl der Tiere!

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