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Kritik am System der „Wegwerfkälber“

Kälbchen
unsplash.com/Taylor Ruecker

In Deutschland kommen pro Jahr erwa vier Millionen Kälber auf die Welt, damit Kühe Milch produzieren. Nur einige Hunderttausend weibliche Tiere davon werden anschließend als Milchkühe eingesetzt. Alle anderen Kälber werden zu Niedrigstpreisen verramscht.

Frigga Wirths, Fachreferentin für Tiere in der Landwirtschaft bei unserem Dachverband, dem Deutschen Tierschutzbund erklärt dazu: „Der Großteil der Kälber ist ein „Abfallprodukt“ der Milchindustrie. Besonders die männlichen Kälber der Milchrassen haben keinen wirtschaftlichen Wert, weil sich ihre Mast nicht rentiert – sie setzen zu wenig Fleisch an“. Aber auch überzählige weibliche Kälber sind betroffen, sofern sie nicht in der nächsten Generation für die Milchproduktion zum Einsatz kommen. „Das System ist kaputt; die Tiere werden nur als Produktionsgüter gesehen. Es braucht dringend eine Abkehr von den hochgezüchteten Milchrassen und für die Kälber eine tiergerechte Aufzucht und Mast“, fordert Wirths.

"Wertlose" Kälber werden verramscht
Die Kälber werden kurz nach ihrer Geburt von ihren Müttern getrennt und üblicherweise in kleinen Einzelboxen gehalten. Weil die Tiere nichts wert sind, wie es vor allem bei Holstein-Rindern der Fall ist, schenkt man ihnen im Normalfall zwangsläufig weniger Aufmerksamkeit; so lohnt es sich etwa nicht, kranke Tiere zu versorgen. Viele Kälber sterben daher schon in den ersten Tagen. Ein Überangebot an Kälbern gibt es trotzdem noch. Weil die Nachfrage in Deutschland nicht groß genug, um alle hier geborenen Tiere zu mästen und zu schlachten, werden jährlich etwa 680.000 Kälber schon ab einem Alter von 14 Tagen ins Ausland verkauft und transportiert. Die Tiere, die in Deutschland bleiben, werden möglichst intensiv gemästet, damit der Landwirt überhaupt noch etwas an ihnen verdienen kann. Bis zu ihrer Schlachtung stehen die Tiere meistens auf Vollspaltenböden. Der Anteil an Raufutter wie Heu ist gering; in erster Linie wird Milchaustauscher aus Palmöl und Milcheiweiß gefüttert.

ZDF-Doku "Wegwerfkälber"
Unser Dachverband wie auch wir kritisieren dieses System. Der Deutsche Tierschutzbund hat sich in der "ZDFzoom"-Doku „Wegwerfkälber - Das Schnitzel und seine Schattenseiten" vom 14. Oktober 2020, dazu geäußert.

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