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Insektensterben – Hilferuf unseres Planeten

Schwarz-weiß Ansicht mehrerer Blüten, auf denen eine Biene sitzt.

Ob Samenbomben, Insektenhotels oder Wespentränken – mittlerweile gibt es solches Zubehör fast überall zu kaufen und das Sterben der Tiere ist in aller Munde. Warum jedoch finden immer mehr Insekten den Tod und welche Auswirkungen hat dies auf die Nahrung von uns Menschen?

Die Insekten sterben! Laut dem WWF haben wir seit 1989 in Deutschland 76 Prozent der Insektenbiomasse verloren. Das Problem betrifft nicht nur Deutschland, denn zahlreiche Studien haben aufgezeigt, dass sich das Insektensterben über ganz Europa und auch die USA hinzieht. Eine Bedrohung mit Auswirkungen für den gesamten Planeten!

Wie kommt es zum Massentod von Insekten?
In der Krefelder Studie (veröffentlicht 2017) wurde über einen Zeitraum von 27 Jahren die Entwicklung von Insektenbeständen von Insektenkundlern in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Brandenburg untersucht. Sie zeigt nicht nur die rapide Abnahme der Gesamtmasse an Fluginsekten auf, sondern es wurden auch mögliche Ursachen untersucht. Vor allem die Landwirtschaft hat große Auswirkungen auf das Fortbestehen von Insekten. Der Einsatz von Pestiziden und Herbiziden vernichtet die winzigen Tiere entweder sofort oder deren Nahrungsgrundlage wird zerstört. Das Ausmerzen von Ackerkräuter durch Gift wie beispielsweise Glyphosat, raubt Insekten nicht nur eine wichtige Nahrungsquelle, sondern auch ihre Nist- und Überwinterungsplätze. Andere Gifte beeinträchtigen zudem die Fortpflanzungsrate stark oder machen die Tiere orientierungslos.

Auch das Überdüngen der Nutzflächen, das Trockenlegen von Mooren und Feuchtwiesen, der Verlust von Brachflächen und Hecken und der Umbruch von Grünland zu Ackerland stellen eine große Gefahr für Insekten dar. Durch die Massenzucht von Bienen für die Honigproduktion beispielweise, sammeln Honigbienen überproportional viel Nektar, der ihnen später wieder weggenommen wird. Für die Wildbienen selbst bleibt immer weniger Nektar zur Verfügung. Und auch die Klimawandel trägt seinen Teil zur umfassenden Problematik bei, denn Insekten wandern in kühlere Gebiete ab, finden dort jedoch nicht die geeignete Nahrungsgrundlage und sterben.

Was hat dies für Auswirkungen?
Eine wichtige Aufgabe der fliegenden Insekten ist die Bestäubung unserer Kultur- und Wildpflanzen. Des Weiteren stehen sie in der Nahrungskette sehr weit unten und dienen als Futterquelle für viele Vögel, Amphibien oder auch Reptilien, Fledermäuse und andere Insekten. Für ein funktionierendes Ökosystem sind Insekten daher unentbehrlich! Sie sichern nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch die Ernährung des Menschen! Fast 90 Prozent aller Pflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen und dies gilt auch für unsere Nutzpflanzen.

Jeder einzelne kann den Insekten helfen
Für uns alle besteht die Möglichkeit, dem Insektensterben ein kleines bisschen Einhalt zu gebieten. Insekten- und bienenfreundlichen Blumen auf dem Balkon oder im eigenen Garten und das Aufstellen von Insektenhotels bietet den kleinen Krabblern Nahrung und Unterschlupf. Auch das eigene Konsumverhalten beeinflusst das Insektensterben nachhaltig, denn der Kauf von regionalen Bioprodukten und vor allem Produkte aus dem veganen Ökolandbau gewährleisteten, dass keine chemischen oder tierischen Dünger zum Einsatz kamen. Dies verhindert zusätzliche Umweltverschmutzung und Tierleid, sowie die Freisetzung von Treibhausgasen. Wenn Sie selbst sich für eine tier- und umweltfreundliche vegane Ernährung entscheiden, leisten Sie einen wertvollen Beitrag für den Erhalt unseres Planeten und eines gesunden Ökosystems.
Vor allem ist hierbei jedoch die Politik gefragt. Mit der „gemeinsamen Agrarpolitik“ werden auf EU-Ebene die Weichen für die Art der Landwirtschaft und auch die ländliche Entwicklung in der ganzen EU gestellt. Rund 6 Milliarden Euro EU-Subventionen erhält Deutschland jährlich für den Landwirtschaftssektor. Leider sind die Zahlungen nicht ausreichend an nachhaltige oder ökologische Bewirtschaftung gekoppelt und werden nach dem „Gießkannenprinzip“ verteilt. Für uns alle ist es überlebensnotwendig, dass endlich ein viel größeres Augenmerk darauf verwendet wird, dass unser Planet nachhaltig gesund wird und auch bleibt.

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