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Nein zu Wildtieren in Zirkussen und Streichelzoos

Ein Poster mit Fotomontage aus diversen Wildtieren, darunter Tiger, einer Hüpfburg und Aufschrift.

In fahrenden Zirkusunternehmen und Streichelzoos ist eine verantwortbare Haltung von Tigern und anderen Wildtieren nicht möglich. Die Tiere leiden, u.a. in zu kleinen Käfigen, ohne artgerechte Beschäftigung und oftmals ohne ausreichende Versorgung.

Zu wenig Platz, keine Beschäftigung, Kunststücke unter Zwang

  • Käfige und Außengehege bieten den Tieren nicht genügend Platz.
  • Transporte in engen Wagen bedeuten Stress.
  • Es gibt kaum Abwechslung oder artgerechte Beschäftigung für die Tiere. Tieren die in Gruppen leben, wie z.B. Elefanten, fehlt der Kontakt zu Artgenossen, typische „Einzelgänger“ wie bspw. Tiger sind zu Sozialkontakten gezwungen.
  • Das Erlernen und Vorführen von Kunststücken widerspricht dem natürlichen Verhalten der Tiere und wird oft mit Gewalt erzwungen.

Unzureichende Versorgung
Es fehlt häufig an adäquater tierärztliche Betreuung, da es in Deutschland nur wenige, auf Wildtiere spezialisierte Tierärzte gibt oder das Unternehmen die Kosten für die tierärztliche Versorgung nicht tragen kann oder will.

Sicherheitsrisiko
Wildtiere sind nicht domestiziert, also nicht über Jahrhunderte an den Menschen gewöhnt. Sie sind instinktgesteuert, unberechenbar und bleiben ein Sicherheitsrisiko. Der Zirkus-Report der Eurogroup for Animals, dem europäischen Tierschutz-Dachverband, enthüllt eine drastische Unfallstatistik. Demnach wurden von 1995 bis heute knapp 500 Zwischenfälle mit fast 900 Zirkustieren dokumentiert, darunter auch solche, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden. Fast die Hälfe davon ereignete sich in Deutschland und das nicht nur in der Manege. 2015 tötete ein ausgerissener Zirkuselefant bspw. einen Spaziergänger, 2018 verursachte ein ausgebrochenes Zebra einen Autobahn-Unfall.

Schutz durch den Bundesgesetzgeber kaum vorhanden
Nach wie vor fehlt es an wirksamen Regelungen zum Schutz Tiere. Die sogenannten Zirkusleitlinien enthalten lediglich Minimalvorgaben. Diese garantieren keine artgerechte Haltung und werden in der Praxis vielfach unzureichend umgesetzt. Auch sind die Vorgaben nicht rechtsverbindlich. Der Bundesrat stimmte bereits dreimal einem Wildtierverbot im Zirkus zu, wurde aber jedes Mal von der Bundesregierung blockiert. 2020 wurde der Entwurf einer Tierschutz-Zirkusverordnung abgelehnt, weil er kein Verbot für alle Tierarten vorsah. Tiger bspw. wären noch immer erlaubt gewesen. Das Verbot bezog sich außerdem nur auf neu anzuschaffende Tiere und nicht auf solche, die bereits in den Zirkusunternehmen leben.

Deutschland eines der Schlusslichter
In vielen Ländern Europas ist die Haltung von Wildtieren in Zirkussen verboten oder nur sehr eingeschränkt erlaubt. Deutschland hinkt als eines der wenigen Länder hinterher.

Vorwand Arterhaltung
Die Haltung von Wildtieren in fahrenden Zirkussen und dergleichen erfolgt häufig unter dem Deckmantel der Arterhaltung. Auch der pädagogische Aspekt wird gerne genannt. Arterhaltung? Ein Beispiel: Alle der in Deutschland in Zirkussen lebenden Elefanten wurden in Afrika oder Asien wild gefangen. Aber auch: Wirkliche Arterhaltungsprogramme finden durch Wissenschaftler geplant und mit dem Ziel der Auswilderung statt. Nicht aber mit dem Ziel die Tiere in Streichelzoos, Manegen oder bei Filmaufnahmen einzusetzen. Pädagogischer Aspekt? Im Zeitalter von Internet, Filmen und möglicher Reisen in exotische Länder ein mehr als schwaches Argument. Der Grund für die Wildtierhaltung und -Zurschaustellung ist wohl eher das Geld, das die Betreiber auf dem Rücken der Tiere verdienen wollen. Dompteure wehren sich mit dem Argument des rechtlich scheinbar nicht durchzusetzenden Berufsverbots, das ein Wildtierverbot für sie zur Folge hätte.

Melodys Kinderparadies meiden
Noch bis zum 30. Juli 2023 gastiert in Düren „Meldoys Kinderparadies“, ein Wanderzoo, der in erster Linie mit Hüpfburgen und Streichelzoo wirbt, aber auch Tiger in seinem Programm hat.

Verantwortungsbewusste Eltern sollten einen großen Bogen um Unternehmen dieser Art machen und damit aktiv zeigen, dass weder in Düren noch anderswo Unterhaltung auf Kosten von Tieren gefragt ist. Wo die Politik versagt, hilft letztlich nur der Boykott eines jeden einzelnen.

Zirkus-Report der Eurogroup for Animals (englische Sprache)

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