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Tiere auf der Leinwand

Auch viele Dalmatiner werden unüberlegt angeschafft
pixabay.com

Filme und Serien lösen folgenschweren Hype beim Haustierkauf aus: Viele Menschen schaffen sich die "tierischen Stars" an, ohne sich vorab über deren Haltungsansprüche zu informieren. Als Folge landen zahlreiche der neuen Haustiere über kurz oder lang im Tierheim.

Immer wieder entstehen durch Kinofilme riesige Hypes um bestimmte Tiere: ob Clownfische, Dalmatiner oder wie nun aktuell der Langhaar Collie durch die Neuverfilmung „Lassie – eine abenteuerliche Reise“. Dabei ruft der sogenannte „Hollywood-Effekt“ oft ernstzunehmendes Tierleid herbei. Laut der Welttierschutzgesellschaft kann der Kauf einer bestimmten Hunderasse bis zu zehn Jahre lang durch Filme und Serien beeinflusst werden. Aber nicht nur Hunde werden auf Grund von Hypes oft unüberlegt gekauft, auch andere Tiere werden plötzlich zu Haustieren gemacht, obwohl sie das keinesfalls sind. So stieg mit dem Start der Harry-Potter-Filme der Verkauf von Eulen plötzlich rasant an und als 2011 die Reihe abgeschlossen wurde, landeten ebendiese Eulen zuhauf in Tierheimen und Auffangstationen. Besonders tragisch traf der Hollywood-Effekt den Clownfisch durch den Kinofilm „Findet Nemo“: In den 5 Jahren nach Erscheinen des Films verringerte sich die natürliche Population des exotischen Fisches um 75 %!

Anschaffung genau überdenken und abwägen
Egal um welche Tierart es sich handelt, die Anschaffung eines jeden Haustieres bedarf genauer Hinterfragung, ob man ihren Ansprüchen gerecht werden kann. Süße Collie-Welpen wachsen zu großen Herdenschutzhunden heran, die ohne mentale und körperliche Auslastung schnell den Halter überfordern. Paletten-Doktorfische, wie Dori aus „Findet Nemo“ einer ist, sind nicht für die Einzelhaltung geeignet, sie brauchen viel Platz und eine besonders gute Wasserqualität. Bei einer Lebenserwartung von 30 Jahren kann man sich ausrechnen, dass hier die Unterhaltskosten schnell ins Unermessliche steigen. Vielen ist all dies bei der Anschaffung nicht bewusst und die Tiere landen über kurz oder lang im Tierheim – bestenfalls dort, denn viele werden auch einfach ausgesetzt und ihrem, meist tödlichen, Schicksal überlassen.
 
Medienkonzerne und Filmproduzenten in der Pflicht
Wir wünschen uns von Kinobesuchern mehr Bedacht, aber vor allem müssen sich auch die Medien ihrer enormen Verantwortung stellen. Denn es ließe sich schon viel Tierleid verhindern, die Menschen mit einfachen Hinweisen über grundlegende Anforderungen der Tierhaltung zu informieren. Helfen auch Sie mit und kaufen Sie bitte nie vorschnell und unreflektiert neue Haustiere!

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