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Tierheim-Tagebuch 28. Mai - Mähunfall endet tödlich

Igel, schwerverletzt mit zerschnittener Schnauze, verpixelt

Mähroboter können für kleine Wildtiere zur tödlichen Gefahr werden, wenn sie unbedacht eingesetzt werden. Besonders Igel fallen den Geräten zum Opfer. Der schwerverletzte Stachelträger auf dem Bild wurde lebend zu uns ins Tierheim gebracht, er verstarb jedoch leider in der Nacht darauf an seinen Verletzungen.

Mähroboter sollten niemals in den Abend- und Nachtstunden laufen, da in diesen Zeiten viele Igel auf Wanderschaft sind. Im Frühjahr muss man auch tagsüber gut aufpassen, denn einige Igel sind dann aus der Winterruhe aufgewacht und völlig ausgehungert auf Nahrungssuche.

Die Roboter richten die Igel grausam zu, ihre scharfen Klingen zerschneiden Schnauzen oder Füßchen, trennen Stacheln, Hautschichten oder Gliedmaßen sogar komplett ab. Igel sind besonders gefährdet, da sie sich bei Gefahr zusammenkugeln, statt zu fliehen. So werden sie einfach von den Geräten überrollt. Der Großteil der verletzten Tiere wird vermutlich gar nicht entdeckt. Sie schleppen sich ins Dickicht, wo sie an den Folgen ihrer Verletzungen, wie Infektionen oder Fliegenmadenbefall qualvoll sterben.

Neben Igeln sind auch andere Kleinsäuger, bodenbrütende Vögel sowie Amphibien und Insekten betroffen. Ob und wie stark ein Mähroboter einen Igel verletzt oder ihn sogar unmittelbar tötet, hängt vom Modell und den Umständen ab. Laut unserem Dachverband, dem Deutschen Tierschutzbund, ergab eine kürzlich veröffentlichte Studie von Rasmussen et al, dass keiner der untersuchten Mähroboter in der Lage war, Jungtiere als “Hindernis” zu erkennen, um auszuweichen. Alle Roboter mussten die Igel erst berühren, um sie zu detektieren. Getestet wurden mögliche Verletzungen an bereits toten Igeln. Ein Test der Stiftung Warentest aus 2020 zeigt, dass kein einziges der untersuchten elf Geräte mehr als „ausreichende“ Sicherheit garantieren kann.

Mähroboter sollten nur beaufsichtigt um die Mittagszeit herum eingesetzt werden. Vorher sollte man das Gras unbedingt gründlich absuchen. Wem unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt am Herzen liegt, kann besser ganz auf Mähroboter verzichten und auf einen naturbelassenen Garten setzen.

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