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Tote Jungtiere in deutschen Zoos

pixabay.com

In deutschen Zoos versterben jährlich zahlreiche Jungtiere. So gab es kürzlich im Gelsenkirchener Zoo zwei Todesfälle bei Eisbärbabys. Schuld daran ist das Missmanagement in Sachen Tierzucht. Die Zoos sollten ihre Zuchtprogramme unbedingt überdenken.

Laut aktueller Medienberichte sind im Gelsenkirchener Zoo zwei von drei geborenen Eisbärbabys gestorben. Dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle. „Es ist traurig zu hören, dass mal wieder Eisbärbabys in einem Zoo verstorben sind. Seit 2005 haben in Deutschland fast 60 Prozent der geborenen Jungtiere nicht überlebt, kommentiert Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund e.V. „Zwar ist es normal, dass Jungtiere auch in der Natur zeitnah nach der Geburt versterben können, die vielen Todesfälle in deutschen Zoos belegen jedoch das Missmanagement in Sachen Eisbärzucht. Denn eigentlich müsste man erwarten können, dass die Überlebensquote bei menschlicher Betreuung höher wäre, so der Pressesprecher unseres Dachverbandes. Doch obwohl wesentliche Einflussfaktoren, wie Wetter, Nahrungsmangel und Krankheiten, im Zoo minimiert würden, sei die Todesrate von Eisbärenjungen in Zoos sogar höher als in freier Wildbahn. Hier versagen die Zoos komplett, die Eisbärzucht ist ein Irrweg – so lautet auch unsere Meinung.

Zuchtprogramme müssen überdacht werden
Marius Tünte erklärt weiterhin, dass die Zuchtprogramme in Zoos zwangsläufig nur auf einen kleinen Genpool zurückgehen und so die Inzucht fördern. Diese kann unter anderem Erbkrankheiten und eine erhöhte Jungtiersterblichkeit steigern. Zoos sollten daher unbedingt ihre Zuchtprogramme überdenken – auch im Hinblick darauf, dass Eisbären nicht ausgewildert werden können, um ihre Art zu erhalten. In Gefangenschaft in Zoos und Tierparks können noch nicht einmal die Grundbedürfnisse dieser Tiere erfüllt werden.

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