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Versuchstierzahlen auf Rekordniveau

Versuchsmaus
shutterstock, by Jakub Stepien

Die neuesten, nach Bundesländern aufgeschlüsselten Versuchstierzahlen lassen Tierfreunde schaudern – in insgesamt acht Bundesländern waren es mehr Versuchstiere als noch im Vorjahr.

Mit über einer halben Millionen Versuchstieren ist Baden-Württemberg trauriger Spitzenreiter unter den deutschen Bundesländern. Dies ist Rekord – noch nie zuvor wurde dieser traurige Wert in Deutschland erreicht. In ganz Deutschland wurden im Jahr 2018 fast drei Millionen Tiere für Versuche missbraucht – Rekordniveau!

Trotz Kritik Erhöhung der Zahlen
Neben Baden-Württemberg „verbrauchen“ vor allem Bayern und Nordrhein-Westfalen hunderttausende Tiere im Namen der Wissenschaft. In Zahlen sind das rund 405.000 Tiere in Bayern und 400.000 in NRW. Fast die Hälfte aller in der Forschung verwendeten Lebewesen wird in diesen drei Bundesländern eingesetzt. Doch auch der Stadtstaat Hamburg sticht aus der Statistik hervor: im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl der Tiere hier um 57 % auf rund 264.000. Doch auch Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Sachsen und Thüringen „verbrauchten“ mehr Tiere als noch 2017. Interessant sind auch die Zahlen zum Bundesland Niedersachsen. Hier stand das Labor LPT in Mienenbüttel zuletzt stark unter Kritik, was Auswirkungen auf einen leichten Abfall der Gesamtzahlen hatte. Jedoch stieg gleichzeitig die Zahl der als Versuchstiere verwendeten Hunde, Katzen und Javaneraffen stark an.

Für die Tiere ist es höchste Zeit
Um diesen Rekordzahlen entgegenzuwirken müssten die einzelnen Bundesländer Druck auf die Bundesregierung ausüben, so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Es müsse eine Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen entwickelt werden und tierversuchsfreie Forschung gefördert werden, so Schröder weiter. Laut den Vorgaben der Europäischen Union sollen Tierversuche komplett ersetzt werden. Die Bundesregierung hat diese Richtlinien allerdings bis heute nicht korrekt in deutsche Recht umgesetzt. Daher brachte die EU-Kommission 2019 sogar ein Vertragsverletzungsverfahren auf den Weg. Für die Tiere bleibt zu hoffen, dass sich schnellstmöglich etwas ändert – jeder Tag ohne Bemühungen aus Tierversuchen auszusteigen ist für sie ein verlorener Tag.

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