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Vorsicht Falle- Kaufen Sie keine Tiere im Internet

Portrait eines braunen Labradors, der traurig in die Kamera schaut.

Der kriminelle online-Handel mit Hundewelpen boomt, vor dem Weihnachtsfest wird ein weiterer Anstieg erwartet. Hinter den vermeintlichen „Internet-Schnäppchen“ verbergen sich in vielen Fällen schlimmes Tierleid und hohe Kosten.

Allen Warnungen von Tierschützern zum Trotz (ja- auch wir warnen mit diesem Artikel wieder davor!), werden gerade in den Wochen vor dem Weihnachtsfest weiterhin viele Vierbeiner unüberlegt angeschafft, als Geschenk für Kinder, oder für sich selbst. Mal abgesehen davon, dass Tiere sich als fühlende Lebewesen grundsätzlich nicht als Geschenk eignen, bereitet der online-Handel mit Hundewelpen (und übrigens auch anderen Tieren) uns immer größere Sorgen. Im Grunde hat uns die Realität, dass „Hals-über-Kopf“-Anschaffungen von Tieren über das Internet leidvolle Schicksale nach sich ziehen, im Tierheim längst eingeholt.

Mit dem Klick zum Welpen
Im Internet angebotene Welpen können schnell zu Spontankäufen verführen. Nur ein paar Klicks und der Wunschhund ist bestellt, manchmal ist das Tier preiswerter als beim Züchter vor Ort und schneller „geliefert“ wird sowieso. Von niedlichen Fotos und beschönigten Angaben geleitet, machen sich die Käufer selten Gedanken, weder zu rassespezifischen Eigenschaften, noch zum Zeitaufwand und den Kosten, die die Hundehaltung mit sich bringt. Beim Eintreffen der lebendigen Ware werden die frischgebackenen Hundebesitzer dann mit der Realität konfrontiert, viele sind überfordert und nicht in der Lage, den Hund art – und wesensgerecht zu halten.

Viel Leid, viel Geld
Doch auch wer sich vorab Gedanken über den Welpenkauf macht, nach einer passenden Rasse für sich und seine Familie sucht und nur das Beste für das Tier will, kann beim Internet-Kauf bitter auf die Nase fallen. Denn man weiß nie genau, wo das Tier herkommt, geschweige denn kann man es vor dem Kauf kennenlernen. Die Verkäufer nutzen die Anonymität, die Ihnen der Online-Handel bietet und so ist die Gefahr, dass man einen Welpen kauft, der aus dem illegalen Tierhandel stammt, groß. Diese Tiere sind vielfach ernsthaft krank, manche sterben kurz nach ihrer Ankunft im neuen Zuhause. Was für den neuen Besitzer übrig bleibt sind hohe Tierarztkosten und schlimmstenfalls die Trauer um das kurze, leidvolle Leben des neuen vierbeinigen Freundes.

Ein junger Mops steht allein auf einem Fliesenboden.

Unerträgliche Tollwut-Quarantäne
Nicht selten missachten die kriminellen Händler tierseuchenrechtliche Vorgaben. Bei uns im Tierheim waren seit Beginn dieses Jahres 14 Hunde in der Quarantäne, die ohne Tollwutimpfung nach Deutschland eingeführt worden waren. Aus Gründen des Seuchenschutzes ist das strengstens verboten und der fehlende Impfschutz fällt spätestens beim ersten Tierarztbesuch auf. Für die Hunde bedeutet die Quarantäne, dass sie nach ihrer Tollwutimpfung mindestens 21 Tage allein im Zwinger bleiben müssen und nur für das Nötigste Kontakt zum Menschen haben dürfen. Der Kontakt zu Artgenossen ist strengstens untersagt. Für Hundekinder, die viel Liebe brauchen und noch nichts im Leben kennengelernt haben, ist das eine Katastrophe. Da Welpen frühestens mit 12 Wochen gegen Tollwut geimpft werde können, leiden Tiere die jünger sind, noch länger in der unerträglichen Einsamkeit, denn ihre Quarantänezeit verlängert sich entsprechend. Für Welpen die aus Nicht-EU-Ländern nach Deutschland eingeführt werden, beträgt die Quarantänezeit selbst drei oder sechs Monate. Trauriger "Spitzenreiter" bei uns im Heim war in diesem Jahr ein geschätzt 6 Wochen alter Welpe, der insgesamt 9 Wochen in der Quarantäne verbringen musste. Durch kopflose Internet-Käufe wird den Welpen nicht nur die wichtige Zeit der Prägephase gestohlen und die spätere Erziehung erschwert, ihre Halter müssen außerdem viel Geld für die Unterbringung in der Quarantänestation zahlen.

Tollwut -die tödliche Gefahr für Tier und Mensch
Die strengen Bestimmungen hinsichtlich des Tollwutschutzes haben durchaus ihren Grund, denn eine Erkrankung bedeutet den Tod für das betroffene Tier. Da es sich bei der Tollwut um eine sogenannte Zoonose handelt – eine Infektionskrankheit, die von Tieren auf Menschen übertragen werden kann - sind auch die Menschen um das Tier und besonders im Haushalt lebende Kinder gefährdet. Denn bei Ausbruch einer Erkrankung dieser Zoonose gibt es keine Behandlungsmöglichkeit, sie endet immer tödlich. Deutschland und weitere europäische Länder sind seit vielen Jahren durch gezielte Maßnahmen tollwutfrei. Der illegale Import von Haustieren aus nicht tollwutfreien Regionen stellt aber weiterhin ein Risiko dar.

Vom Corona-Welpe zum Tierheimhund
Bei uns im Tierheim führen die kranken oder auf ihren Impfschutz wartenden Hunde zu einem enormen Platzmangel. Darüber hinaus müssen wir zunehmend tierische „Corona-Rückläufer“ aufnehmen. Hunde, die zuvor während der Lockdowns angeschafft, anschließend von ihren überforderten Haltern weiterverkauft wurden und vielfach weitere Male über online-Anzeigen den Besitzer gewechselt haben. Diese Vierbeiner sind fast ausschließlich verhaltensauffällig und ein neues Zuhause für sie zu finden ist nicht einfach.

Zeigen Sie Verantwortung – kaufen Sie keine Tiere im Internet!
Wer aus welchen Gründen auch immer ein Tier über dubiose online-Plattformen kauft, unterstützt ein System, das Interessenten bewusst täuscht und großes Tierleid verursacht. Illegale Angebote kann man erkennen, schauen Sie deshalb genau hin. Melden Sie Verdachtsfälle dem zuständigen Veterinäramt oder der Polizei. Gleiches gilt für den Fall, dass Ihnen beim Besuch eines Tierverkäufers Zweifel kommen, ob es dem Tier gut geht und der Verkäufer es gut mit ihm meint.

Was ist der illegale Welpenhandel?
Als illegalen Welpenhandel bezeichnet man den Handel mit Hunden, bei deren Aufzucht, Transport und Verkauf gegen die Vorgaben des Tierschutz- und/oder des Tiergesundheitsrechts verstoßen wird. Die Tiere kommen aus so genannten Vermehrerzuchten, die hauptsächlich im ost- oder südeuropäischen Ausland angesiedelt sind. Damit die Produktionskosten möglichst gering sind, werden die Welpen und ihre Elterntiere zumeist unter tierschutzwidrigsten Bedingungen gehalten. Vielfach werden die Welpen noch vor der wichtigen Prägephase von 8-12 Wochen von ihrer Mutter und ihren Geschwistern getrennt. Lebenswichtige Impfungen erhalten die Tiere so gut wie nie, an den neuen Besitzer ausgehändigte Impfpässe können gefälscht sein! Übrigens gibt es skrupellose Tiervermehrer, die in Hinterhofzuchten agieren, mittlerweile auch in Deutschland.

Vier Welpen spielen in einer Wanne Wasser, die auf einer Grasfläche steht.

Hierauf sollten Sie beim Welpenkauf achten

Zuhause vor Ort kaufen
Kaufen Sie nur vor Ort bei der Züchterin oder dem Züchter. Eine Lieferung des Hundes nach Hause oder an Treffpunkte wie Parkplätze oder Hinterhöfe sind ein Anzeichen für kriminelle Machenschaften. Machen Sie sich beim Anbieter selbst ein Bild:

  • Die Welpen sollten gesund und sein und in sauberer und artgerechter Umgebung leben. Dünne oder durch Würmer aufgeblähte, apathische Tiere oder ungewöhnliches Verhalten sind keine guten Zeichen, ebenso wie stumpfes, dreckiges Fell und das Fehlen von Futter und Wasser. Lassen Sie sich bei der Übernahme eines Hundes den Impfausweis aushändigen, in dem die Immunisierung gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose und Zwingerhusten nachgewiesen wird.
  • Bestehen Sie darauf, das Muttertier sehen zu dürfen. Lassen Sie sich nicht mit Aussagen wie: „Wird gerade ausgeführt“ oder Ähnlichem abwimmeln. Falls Sie die Mutterhündin sehen, diese aber bspw. kein Interesse an ihren Jungen zeigt, präsentiert Ihnen der Händler sehr wahrscheinlich nicht die leibliche Mutter. Sehen Sie vom Kauf ab!
  • Werden mehr als zwei Rassen angeboten und gibt es mehr als vier Würfen im Jahr, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Welpenvermehrung.
  • Ein seriöser Züchter ermöglicht Ihnen mehrere Besuche des Welpen, bei denen Sie und der Hund sich gegenseitig kennenlernen und feststellen können, ob sie tatsächlich zueinander passen.
  • Anbietern, die desinteressiert sind und Ihnen keine Fragen stellen, geht es zumeist nur ums Geld und nicht um das Schicksal des Tieres.

Preis für das Tier
Ein Welpe von einem seriösen Züchter hat immer seinen Preis. Werden Rassetiere zu niedrigen Preisen angeboten, kann dies ein Hinweis auf Hundehändler sein. Inzwischen haben unseriöse Händler allerdings die Preise erhöht. Seriöse Züchter finden Sie beim Verband für das Deutsche Hundewesen.

Abschluss nur mit Kaufvertrag
Seriöse Züchter machen einen Kaufvertrag, der von beiden Parteien unterschrieben wird. Der Vertrag muss die Daten von Käufer und Verkäufer sowie den Kaufpreis enthalten. Außerdem sollten die Rechte und Pflichten beider Parteien klar im Vertrag festlegt werden.

Es muss kein Welpe sein
Bei uns und in unseren Nachbartierheimen warten viele Schützlinge auf ein liebevolles Zuhause. Schauen Sie sich doch einmal um und geben Sie einem älteren Hund die Chance auf ein liebvolles Zuhause!

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