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Der Skandal – Lebensmittel für die Tonne produziert

Ein Berg Paprika, Salat und Kohl in einer Mülltonne.
shutterstock.com/Jörn Gebhardt

Fast zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jedes Jahr in der Mülltonne. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie im Auftrag des BMEL 2019.

Im Rahmen der Studie wurde das Aufkommen von vermeidbaren Lebensmittelabfällen entlang der Versorgungskette untersucht. Mit einem erschreckend hohen Anteil von 52 % entfällt der Großteil der vermeidbaren Abfälle nicht etwa auf Produktion oder Verarbeitung, sondern auf die privaten Haushalte. Demnach werfen Verbraucher*Innen in Deutschland pro Kopf jedes Jahr etwa 75 kg Lebensmittel in den Müll.

Jeder Zehnte hungert
Gleichzeitig sind die Preise für Lebensmittel weltweit gestiegen und auch die Zahl der hungernden Menschen wächst immer weiter – 2020 hungerten laut den Vereinten Nationen weltweit bis zu 811 Millionen Menschen. Das bedeutet also: Während wir Konsumenten hier in Deutschland unsere Lebensmittel teilweise wegen eines zwei Tage überschrittenen Mindesthaltbarkeitsdatums entsorgen und die Erzeuger gezwungen sind, Ware in perfekter Form und Größe zu liefern, leidet jeder zehnte Mensch dieser Erde dauerhaft an Hunger. Und das, obwohl die weltweit produzierten Lebensmittel doch eigentlich ausreichen, um alle Menschen mit genug Essen zu versorgen.

Darüber hinaus sind Lebensmittel, die nie konsumiert werden, teuer für Umwelt und Klima, denn auch sie verbrauchen mindestens kostbare Anbaufläche, Wasser und Rohstoffe und verursachen bei Weiterverarbeitung und Transport schädliche Treibhausgase. Am gravierendsten sind die Auswirkungen bei tierischen Produkten: Laut der Verbraucherzentrale verursachen Abfälle aus Rind- und Schweinefleisch in der EU fast 50 % der Treibhausgase von Lebensmittelabfällen.

Ursachen der Verschwendung
Doch was können wir tun, um die Verschwendung von Lebensmitteln zumindest zu vermeiden? Zunächst sollte man sich darüber klar werden, welche Ursachen es für die Problematik gibt:

Rund 30 % der vermeidbaren Verschwendung fallen bereits an, noch bevor die Ware in den Regalen des Groß- und Einzelhandels landet. So können Ernten durch Schädlinge oder schlechte Witterungsverhältnisse beeinträchtigt werden, bei der Weiterverarbeitung können Schäden durch Transport oder falsche Lagerung entstehen. Die dann übrig bleibenden Produkte schaffen es in vielen Fällen nicht, die hohen Ansprüche des Handels zu erfüllen, der die Abnehmer mit einem breiten Angebot von perfekt aussehenden Obst- und Gemüsesorten aus aller Welt umwirbt.

Die Produkte, die es in die Läden schaffen und dennoch von den Konsumenten verschmäht werden, finden sich im besten Fall kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums in Grabbelkisten wieder, wo sie zu reduzierten Preisen angeboten werden. Der schlechtere Fall und häufig die Realität ist jedoch, dass noch genießbare Waren in den Abfallcontainern der Supermärkte und anderer Geschäfte landen. Hier liegt der Anteil bei etwa 500.000 Tonnen pro Jahr.

Auch in der Gastronomie fallen 1,4 Mio. Tonnen vermeidbare Abfälle an, beispielsweise durch zu große Portionen, die schwankende und dadurch schwer kalkulierbare Nachfrage oder falsche Lagerung der Produkte.

Eine junge Frau schaut in den geöffneten Kühlschrank mit Lebensmitteln hinein und riecht an einem Glas Marmelade.
Shutterstock.com/ Milan Ilic

Das Bewusstsein verloren
Doch woran liegt es, dass 6,1 Mio. Tonnen vermeidbarer Abfälle in Privathaushalten entstehen? Letztlich haben wir uns vermutlich daran gewöhnt, dass Lebensmittel immer und überall verfügbar sind und das Bewusstsein dafür verloren, was hinter einem gefüllten Kühlschrank steckt.

Die gute Nachricht ist jedoch, dass jeder von uns es selbst in der Hand hat, etwas an dieser Situation zu ändern und bereits kleine, alltägliche Entscheidungen können helfen, hier einen Wandel zu erwirken.

Hier sind unsere Tipps, um vom Verschwender zum Lebensmittelretter zu werden:

  • Den Einkauf besser planen. Bevor es losgeht, Vorräte kontrollieren und nur das kaufen, was auch wirklich für die nächsten Tage benötigt wird – gerne regional und saisonal.
  • Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen? Nicht direkt wegschmeißen, sondern auf die eigenen Sinne verlassen und riechen oder probieren. Das Verbrauchsdatum bei Fleisch und Fisch sollte jedoch eingehalten werden.
  • Mut zur Hässlichkeit: In den Geschäften bewusst Ausschau nach krummem Obst und Gemüse halten und adoptieren.
  • Wenn die Augen im Restaurant größer sind als der Magen, Reste einpacken lassen und mitnehmen.
  • Foodsharing-Angebote nutzen: In immer mehr Orten teilen Menschen ihre überschüssigen Lebensmittel mit anderen. Es gibt auch Apps, mit deren Hilfe man als Verbraucher Kontakt mit Geschäften und Restaurants aufnehmen und Reste vergünstigt abkaufen kann.

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