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Gegen das Vogelsterben

Stare werden immer seltener
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In Deutschland gibt es immer weniger Singvögel. Schuld ist wieder einmal der Mensch, aber gerade er kann das Vogelsterben stoppen.

Der vergangene Winter war für manch‘ einen Vogelfreund enttäuschend, denn an den Futterstellen ließen sich kaum noch Singvögel blicken. Schnell war deutlich, dass Meisen, Amseln oder Spatzen nicht unser ausgelegtes Futter verschmähten, sondern dass es schlicht und einfach weniger Vögel gibt.

Vogelschwund durch Insektensterben
Laut Aussage des Naturschutzbundes (NABU) sind in Deutschland innerhalb der letzten 12 Jahre 12,7 Millionen Vogelbrutpaare verlorengegangen. Vom Vogelschwund betroffen sind vor allem liebgewonnene Arten wie Star, Spatz oder Buchfink. Der Star steht bereits als gefährdet auf der roten Liste und hat damit eine traurige Berühmtheit erlangt: Er wurde zum Vogel des Jahres 2018 gekürt. Schuld am Vogelschwund ist vor allem das Insektensterben, welches durch den Einsatz von Insektiziden in der intensiven Landwirtschaft verursacht wird. Laut dem NABU ist die Anzahl der Insekten in manchen Gebieten Deutschlands in den vergangenen 15 Jahren um 80% geschrumpft. Eine Zahl, die für die Vogelwelt fatal ist, denn zahlreiche Vögel ernähren sich von Mücken, Fliegen und Co. Für die Aufzucht vieler Jungvogelarten ist die proteinreiche Kost sogar essentiell. Studien haben nahe belegt, dass insektenfressende Vögel viel stärker unter dem Artenschwund leiden als ihre körnerfressenden Kollegen.

Lebensraum wird knapp
Außer der Nahrung verlieren die Federträger auch ihren Lebensraum. Hecken, Bäume oder Gebüsche als Unterschlupf oder Nistplatz sind auf den großen Agrarflächen der intensivierten Landwirtschaft kaum noch vorhanden. Im urbanen Raum finden die Tiere an den vielen neuen oder sanierten Gebäuden keine geeigneten Brutnischen mehr. Alte oder morsche Bäume mit natürlichen Hohlräumen gibt es kaum noch. Moderne Gärten mit großen Rasenflächen, wenigen Pflanzen, aber viel Stein und Beton bieten weder Nistmöglichkeiten noch ausreichend Nahrung. Und dann wären da noch diejenigen Menschen, die Singvögeln aktiv schaden. Sie zerstören Vogelnester an ihren Häusern oder schneiden z.B. Hecken während der Nist- und Brutzeit der Tiere. Dies ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz übrigens verboten.

Nistkästen bieten Brutplatz und Unterschlupf
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Suche Vogelstimmen, biete Kost und Logis
Damit die Vogelstimmen irgendwann nicht ganz verstummen, müssen wir Menschen handeln. Besonders Gartenbesitzer können helfen, indem sie ihr grünes Reich naturnah gestalten. Heimische Hecken sowie laub- und fruchttragende Büsche und Bäumchen (z.B. Schlehe, Weißdorn, Heckenkirsche) bieten Nahrung, Unterschlupf und Nistplätze. Verblühte Stauden sollte man nicht abschneiden, denn aus den Blütenresten können Vögel Insekten herauspicken. Eine Wildblumenwiese lockt viele Insekten als Nahrung für die Vögel an. Die so genannten Totholz-Haufen, bestehend aus lose aufgestapeltem Baum- und Heckenschnitt, eignen sich für bestimmte Vogelarten als Brutplatz. Insekten und deren Larven als Nahrungsquelle siedeln sich darin von selbst an. Natürlich kann man auch künstliche Brutplätze schaffen, die aber müssen unbedingt den Anforderungen der jeweiligen Vogelart entsprechen. Gute Informationen und Bauanleitungen dazu gibt z.B. der NABU. In der kalten Jahreszeit bieten Nistkästen den Federträgern übrigens Schutz und ein warmes Schlafplätzchen.

Fütterung und Wasserstelle
Im Winter brauchen Singvögel unbedingt zusätzliches Futter. Viele Fachleute raten In der aktuellen Not selbst zu einer Ganzjahresfütterung. Nützliche Tipps zur Vogelfütterung gibt der Deutsche Tierschutzbund. Neben Futter benötigen Vögel immer frisches Wasser. Als Tränke eignet sich eine flache Schale, die den Tieren idealerweise auch Platz für ein Bad bietet.

Schon mit geringem Aufwand kann man Singvögeln das Überleben sichern, für ein einfaches Futterhäuschen etwa, braucht man kein Gartenbesitzer zu sein – es lässt sich neben jedem Fenster anbringen. Fakt ist: Wir müssen unseren gefiederten Freunden helfen - hier und jetzt!

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